Wintertag im Habichtswald

Eine volle Winterwoche im Büro – ein ganzer Samstag im Habichtswald: Unterwegs mit den „aktiven Vätern“. Bewegungsspiele mit „Wo ist Henriette“, Geocaching für Anfänger, Gruppenspiele. Heiße Suppe in der Hütte und gute Gespräche. In der Dämmerung geht es heim Richtung Herkules. Wir sehen uns wieder – zum „Sockenpuppentheater“ im Kulturbahnhof Ende März.

Die Seele lässt los in der kalten Winterluft, gute Gespräche, gutes Zuhören entspannen die Seele.

Februartag im Habichtswald

https://vhs-region-kassel.de/index.php?id=87&kathaupt=11&knr=W1603&kursname=aktive+Vaeter+III

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Der Schwarze Weg im Eisenbahn-Dorf Guntershausen

Es war einmal… ein Neubürger in Baunatal-Guntershausen, der sich politisch einmischte. Dem wurde, es muss 1980 gewesen sein, von den „Turnfrauen“ angetragen, sich doch mal um die ungepflegten Bahngrundstücke und Wege der Bundesbahn zu kümmern. Das hat er getan; es wurde städtischerseits für Lampen gesorgt, aber gemäht und gepflegt hat die Eisenbahn ihre Wege und Grundstücke in Guntershausen – eigentlich nie.

Das Problem ist geblieben, nur ist es jetzt die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft, die ihren Anliegerpflichten nicht nachkommt, und die Stadt muss immer noch ersatzweise einspringen.

Aber der junge Mann hat in die Stadtverordnetenversammlung im Jahre 2019 (11. Februar 2019!) einen Antrag eingebracht, in Vertragsverhandlungen mit der „Eisenbahn“ einzutreten, endlich ihre Pflichten zu erfüllen oder erfüllen zu lassen… Alt wie das Schild ist das Problem, seit 39 Jahren. Älter geworden ist der junge Mann…

 

Mit der Eisenbahn von Kassel – Wilhelmshöhe nach Baunatal – Großenritte

Mit der Bahn ins Baunatal

Gespannt warten nicht nur die Baunataler, sondern auch die anschließenden Gemeinden im westlichen Umfeld, auf das Ergebnis der Studie zur Wiederaufnahme des Schienennahverkehrs (vom nördlichen Landkreis) über Wilhelsmhöhe nach Großenritte.

Zwar war eine Regiotram ausdrücklich nicht gefordert, sondern eine Bahnverbindung als Durchmesserlinie durch das Oberzentrum und als Verknüpfung des ICE-Bahnhofs mit dem VW-Werk und der größten Stadt im Landkreis – aber wenn auf der Linie dann doch eine (derzeit gar nicht vorhandene…) Regiotram führe, dann freute es die Menschen in dieser Teil-Region sicher sehr.

Am Sonntagmittag staunte ich nicht schlecht beim Warten auf dem Bahnhof Guntershausen, als die „dynamische Fahrgastinformation“ des Nordhessischen Verkehrsverbundes eine Direktverbindung nach Baunatal-Stadtmitte mit der Regiotram RT 5 anbot. Mit eigener Bahnsteigbezeichung für einen „RegionalExpress“!

Von der Fulda an die Bauna: Mit der Bahn nach Baunatal

Man muss ja nicht alles glauben, was „angezeigt“ wird,- aber irgendwie hat es dann doch auch Vorfreude ausgelöst.

So geht das schöne Foto wohl erst mal in die Wiedervorlage für den Blog am 1. April – und vielleicht zur Illustration des Artikels zur Wiedereröffnung des Schienen-Personen-Nah-Verkehrs von Kassel-Wilhelmshöhe nach Baunatal-Großenritte, an einem Tag X…

Triebwagen der Baureihe 646 fahren seit Jahr und Tag leer nach Großenritte – die wären geeignet für den neuen Verkehr! Derzeit stehen im Stillstandsmanagement der Deutschen Bahn Aktiengesellschaft sechs Stück herum, und sollen mangels Arbeit nach Tschechien verkauft werden. Hallo Triebwagen, Nordhessen ruft!

Die Bauna, unsere Schauma

Als die Stadtregierung Baunatals im Jahr 2018 gefragt wurde, wie es um die Badewasserqualität der Bauna bestellt sei, wurde diese als unbedenklich beschrieben.

Wasser hat die Bauna im Winter wieder – und Schaum ist auch schon drin. Wer im Sommer baden will, der spart das Shampoo!

Nicht, dass jetzt jemand von der Grenzwertdiskussion der Dieselabgase kommend eine Grenzwertdiskussion der Ab-Wässer eröffnete!

Aus der Bauna wird die Schauma:

(30. Januar 2019)

Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Wenn der Winter alt wird

Wenn der Winter alt wird, und Lichtmeß verspricht:

Kommt Maria Lichtmeß gegangen

fangen die Tage an zu langen,

dann sieht man um so erwartungsvoller auf jeden Lichtblick, ersehnt die längeren Tage.

Guntershausen, Abendspaziergang am Adlerhorst

 

Blick über die Bauna in Guntershausen, Feierabendweg

Altenbauna, Heinrich-Nordhoff-Straße

Die Fünfziger-Moderne in Kassel

Klein-Wolfsburg

 

Am südlichen Stadteingang von Baunatal-Altenbauns

 

Alt wie ein Baum. Parkhaus in Baunatal-Altenbauna

Ist es ein unverzeihlicher Widerspruch, den Winter alt werden zu sehen, das Licht herbei zu wünschen – und doch: Die Schönheit des Frostes erleben zu dürfen?

Eisblumen am Bahnhof Guntershauen, gefrorene Früchte des Cotoneasters …

 

Kalt empfunden wird die Stadt, still und schlafend die Natur im Januar.

Stille Weihnachtsrunde um den Bilstein bei Besse. Mitten in Deutschland

Erster Weihnachtsfeiertag, eine stille Runde gehen wir um den Bilstein bei Besse, und der Blick geht von Gudensberg über den Odenberg, also den Orten kriegerischer Auseinandersetzungen gegen die Mainzischen und den heidnischen Sitz des Odin. In der Ferne -heute – das große Lidl-Lager, das Volkswagenwerk Baunatal. Geschichtsträchtig ist der Berg, Ringwall, Steinkistengrab.

Und schöne Buchen trägt der Berg, es ist hohe Zeit für den Einschlag.

Wir folgen dem „Rainsgraben“, und biegen beim „Jakobsbörnchen“ link ab.

Schwarzgrün glänzend tritt der Basalt aus den kleinen vulkanischen Kegeln hervor.

 

Die Bilsteinhütte mit weitem Blick bis auf die dampfenden Schlote der Zuckerfabrik Wabern ganz im Hintergrund; hier wird (der Zucker) für Nutella gekocht.

Und noch ein Aussichtspunkt mit dem schönen Namen Bocksgeil, thronend auf einem Vulkankegelchen, als hätte ihn der Modelleisenbahner mit dem Zirkel dimensioniert.

An einer wunderschönen alten Streuobstwiese kommen wir an der Mitte Deutschlands vorbei; hier hängen die Äpfel noch zentnerweise auf den Bäumen.

(„Steht im Dezember noch das Korn, dann isses wohl vergessen wor’n“, sagte der Hessenhenner…).

Mit der Winter-Sonnenwende beginnt das Neue, das Aufwärts. Auf ältesten Spuren dem Morgen entgegengehen – kein schlechter Weg für einen Weihnachtsmorgen.

Zum Weihnachtskaffee nach Wildungen – mit der Kurhessenbahn. Ein Versuch

Weihnachtskaffee in Wildungen – mit der Kurhessenbahn

Die einfachsten Pläne sollen immer die besten zu sein:

Nachmittags um zwei nach Bad Wildungen fahren, um drei ankommen. Und um fünf Uhr wieder abfahren, um sechs zu Hause sein.

Am Bahnhof pünktlich um 14 Uhr angekommen, wird die Abfahrt für 14:19 Uhr annonciert. 20 Minuten warten. Gut, dass ich allein fahre, das wäre den Enkeln jetzt wieder lang und kalt geworden. Anzeige: verspätet sich um 20 Minuten, Grund ist die verspätete Bereitstellung des Zuges. 25, 30 – ja spielen wir denn Skat, 18, 20 passen? 35, 40 Minuten, die Sache ist steigerungsfähig, riecht aber im vertakteten Regionalverkehr dann schnell nach einem Zugausfall. Also beim Nordhessischen Verkehrsverbund anrufen: Ich möchte von Guntershausen mit der Regionalbahn nach Wildungen fahren – kommt der Zug denn noch? „Fahren Sie ab Kirche?“ Nein, da waren wir gestern, der Zug fährt vom Bahnhof ab. „Mit der Regiotram?“ Nein, mit der Regionalbahn 39. Nach Wildungen fahren keine Regiotram. „Also, der soll mit 48 Minuten Verspätung fahren.“ Danke. Und noch etwas: Auf der Anzeige des NVV fahren statt der Regiotram am zweiten Weihnachtstag Busse im Ersatzverkehr. Das ist aber erst morgen so, das ist falsch. „So?“

Danke, ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten. „Ich Ihnen auch.“

Desinformation nach dem Kaskadenprinzip: 19, 20, 25, 30, 35, 40, 45 Minuten Verspätung werden angezeigt für die RB 39 nach Bad Wildungen, Kaffeefahrt für Jahreskarteninhaber.

Lassen wir’s gut sein, da kommt der alte Triebwagen 628.2 auch schon den Berg von Kassel heruntergerollert, mit 48 Minuten Verspätung. Lasst uns froh und munter sein, drinnen kann’s nur wärmer sein. Der gute alte 628 225, gut dreißig Jahre alt, und ohne behindertengerechte Einrichtung:

Klimaanlagen und höhengleiche Ein- und Ausstiege – dazu  hatte sich die Kurhessenbahn zwar schon im Frühjahr 2017 bei der europaweiten Ausschreibung der Verkehrsleistung verpflichtet. Aber die Realität sieht auch fast zwei Jahre später anders aus. Keine behindertengerechten Einrichtungen, die an den nach wie vor nicht barrierefreien Bahnhöfen Guntershausen, Grifte usf. sowie wenig hilfreich wären, und dazu noch: Ein ungeheizter Triebwagen am Weihnachtsfeiertag.

Da hat der Verkehrsverbund als Behörde einen Vertrag mit einem Schienenverkehrsunternehmen im staatlichen Besitz geschlossen – aber wen scheren Tinte und Vertrag, den man nicht erfüllen mag.

Unser Gefährt quält sich im Gefalle auf die Eder zu, und nach vier Kilometern ist in Edermünde für mich Schluss.

An die 50 Minuten Verspätung, das wird zu spät fürs Kaffeetrinken in Wildungen. Ich laufe durch den Wald nach Hause. So später Kaffee ist nicht gut für mich, der regt mich auf.

(Die Enkel, zu Hause? Die hatten’s gut, fuhren mit der Lehmannbahn um den Weihnachtsbaum, am warmen Ofen. LehmannGartenBahn: 30 Jahre alt, aber zuverlässig wie eine Schweizer Bahnhofsuhr. Privatbahn, nicht im öffentlichen Eigentum!).

Göttingen, Markt im Advent

Ein bißchen dunkler, ein wenig nass ist es im Dezember, aber es duftet wie immer verführerisch nach „Markt“, richtigem Lebensmittelmarkt, Viktualienmarkt. Zu dem die Bauern aus dem Eichsfeld in die Stadt, nach Göttingen fahren. Eben auch im Advent, aber nicht mehr wie einstmals auf die „Gartetalbahn“ besungen, also jener Kleinbahn von Göttingen nach Rittmarshausen und weiter nach Duderstadt:

„In Diemarden sunt de Zwetschen riepe, fuffteihn Fennje kost‘ de Kiepe“. Dem Dampfzüglein, das sich morgens früh von den Dörfern auf in die Stadt machte, mit den Marktweibern, die ihren Korb auf dem Rücken trugen, oder den Käfigen mit dem lebenden Kleinvieh in der Hand: „Eichsfelder mit Kisten und Kasten vorn einsteigen, weil sonst Gefahr besteht, dass der Zug in der Mitte auseinanderbricht!“ Noch so ein schönes Wort aus der alten Zeit: „Vicinalbahn“, Bäuerchenbahn.

Auch heute ist der Imker wieder da, wie seit Jahrzehnten steht er an seinem Platz. Ein alter Herr mit seiner Aktentasche ist gekommen, hat die leeren Gläschen mitgebracht, und ordert zehn Gläser gemischt für die dunklen Wochen. „Macht 41,20, also 40.“ „Und bleiben ’se gesund.“  „Ja, denke doch, Ihn‘ auch.“ „Na, dann, man sieht sich…“ Man sieht sich auf dem Markt, man kennt sich, und freut sich aufeinander. Verabschiedet den Stammkunden mit einem kleinen Handstreicheln über die Schulter, „na, bis ‚Weihnachten sieht man sich ja noch mal…“

Ein Markt, kein Event, der schöne städtische Alltag zwischen Stadt und Umland, wie jeden Sonnabend.

Wir nehmen ein Gläschen Waldhonig mit, streifen an den schönen Vogelstränken aus Sandstein vorbei, begutachten die kleinen „Goldparmänen“, die bei uns zwar anders heißen, aber zu Hause dieses Jahr auch so gut getragen haben. Lass‘ uns weiter in die Stadt gehen, heißt am Gasthaus „Zum Schwarzen Bären“ vorbei, in dem der Dr. Eisenbarth soff, und auf einen Schritt in die Herdersche Buchhandlung. So ein schönes Bilderbuch: „Die Botschaft der Vögel“ – das müssen wir mitnehmen, und wieder ein paar von den schönen Ansichtskarten, „Tomte Tumetott“.

Vor den Damenmoden verharren wir und sehen die schönen Röcke. Warum haben die keine Preise? Darum! Dann brauchen wir nicht reingehen, das Kleid, das im Sommer 600 kostete, haben wir noch in guter Erinnerung. In die Stadt gehen, das heißt zum Gänseliesel, zum Alten Rathaus, wo jetzt natürlich Weihnachtsmarkt ist. Die Mandelbuden als erste: Ob Edwin Schwaja wieder da ist? Er selber nicht, aber „sie“ steht wie jedes Jahr hinter dem Tresen, und aus den Kupferkesseln duftet es so verführerisch… weihnachts-markt-lich. 

Konditorei „Cron und Lanz“, der alte Laden mit dem kandierten Ingwer, und wie reichaltig die Calvörsche Buchhandlung seine Auslagen bestückt hat… Literatur, und nicht Druckerzeugnisse. Kann man nicht einfach Laden dazu sagen, ist eine Buch-Handlung.

Gehen wir noch beim Fahrradladen vorbei? Oder doch in den guten Secondhand-Laden. Auf jeden Fall zum „Waschbär“, und da finden wir doch noch so ein schönes gewalktes Mäntelchen: „Ja, bis Ende Dezember könn‘ Sie’s umtauschen, wenn’s der Kleinen nicht passen sollte.“

So drei oder vier Mal im Jahr soll man einen Stadtgang machen. Das hält Sinne und Seele lebendig. Nichts kann mich davon abbringen. Wie hatte es doch unser Mittelhochdeutsch-Prof. prophezeit, anno 1977: „und dann sitzt Ihr mit der ZEIT und Rotwein am Markt“, weil Arbeit für so viele Geisteswissenschaftler würde es nieniemals geben…

Lassen wir das letzte stehen wie es ist, aber die Sache mit dem Gläschen Roten und einem Buch aus dem Antiquariat gegenüber der Stadtbibliothe ist keine so schlechte Idee. Ich habe aus seinen Kellern voriges Mal „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ gekauft…

Fließt still, der Weserfluss

Dass eine Landschaft eine Stimmung „transportiert“, das sah man früher üerdeutlich an jeder Ansichtskarte und auf jedem Blatt des EDEKA-Wandkalenders. Manchem wurde das früher auch in Worten erklärt, wie wir es vom Karlshafener Kurbetrieb erinnern: Die Kurschatten-Karten. Die Hotelfassaden mit dem Kreuz, hier ist mein Zimmer.

Oder die unverwüstliche Dorfstraße von Ramsau am Dachstein, das Flüsschen, das Brücklein, die Kirche, im Schnee, unter blauem Himmel, Sonnenschein… Soweit die erinnerten Beispiele aus dem Analogen Zeitalter.

Wie wohltuend sind die stillen Bilder, über den Fluss geht der Blick, kein  Mensch, kein Auto, Stille – die man sehen kann. Zum Nikolaus stehe ich an der Weser in Bodenfelde, und sehe sie ruhig an mir vorbeiziehen, als könnte sie nichts weiter beeindrucken, so, wie schon seit sehr langer Zeit. Eine Landschaft, noch nicht vernutzt vom Verkehr. Nicht zerschnitten, nicht bedröhnt.

Und der Blick geht hinüber nach: Gewissenruh…